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Gewinnen

Es war wie ein Traum... Ich stand dort oben auf dem Ring mit den anderen Semifinalisten. Einzeln wurden wir aufgerufen und durften uns vor Kancho und dem Publikum verbeugen. Es war berauschend und ich fühlte mich von großem Glück erfüllt. Ich kann nicht genau erklären warum, aber ich hatte das sichere Gefühl, dass dieser Tag mir gehörte. Es genügte mir daran zu denken, dass ich nicht alleine auf die Matte hinaufstieg. Unmittelbar hinter mir standen unser Sensei und unsere Mannschaft. Etwas weiter entfernt, auf dem „alten“ europäischen Kontinent, standen meine Familie und unser ganzes Dojo hinter mir. Meine innere Kraft wuchs mit jedem Augenblick. Als ich im Halbfinale gegen den japanischen Champion gewann, war unser Team überglücklich.

Zuvor konnte sich auch Sempai Carsten für das Finale im Leichtgewicht qualifizieren. Das hatte es im Sabaki Challenge noch nie gegeben, zwei Europäer im Finale, einer im Leichtgewicht, der andere im Mittelgewicht. Als es mir letztendlich gelang meinen letzten Gegner zu bezwingen, konnte ich es gar nicht so richtig fassen. Ich hatte es geschafft, besser gesagt wir hatten es geschafft. Natürlich habe ich beschlossen an diesem Wettkampf teilzunehmen und habe den Mut aufgebracht im Ring zu stehen. Auch habe ich das Vorbereitungstraining durchgehalten und es war verdammt schwer an manchen Tagen.

Aber woher kommen die ganzen Techniken, die wir Tag ein Tag aus trainieren, wer bringt sie uns bei? Wer steht hinter uns, wenn es uns nicht gut geht? Wer korrigiert unsere Fehler, solange bis wir besser werden? Diese Fragen haben alle eine gemeinsame Antwort und die heißt Sensei! Und wer hat unserem Team als Partner gedient? Vom einfachen weißen Gürtel, bis zum schwarzen Gürtel waren alle aus dem Dojo dabei. Gehört dieser Titel nun mir allein? Nicht wirklich. Weiterhin sehe ich es als meine Pflicht an, meine Erfahrungen und meine Freude am Training mit allen Schülern aus unserem Dojo zu teilen.

Ich kann mich an meine ersten Wettkämpfe erinnern und daran wie oft ich schon verloren habe! Es kostet viel Mühe, Schweiß und Geduld, um zu gewinnen, aber der Weg lohnt sich. An dieser Stelle bedanke ich mich nochmals bei allen, die mir dazu verholfen haben, diesen Traum zu erfüllen, insbesondere bei unserem Sensei. Vielen Dank auch an meine Freundin Korinna, die mich in allen meinen Bemühungen immer unterstützt. Vielen Dank auch an meinen Freund Kalum für seine wertvollen Ratschläge und an meine Eltern.

 

 
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